Ausbildung KJP Ausbildungsordnung

Ausbildung zum Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) - Ausbildungsordnung

Ausbildungsordnung des AFKV für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

(Fassung vom Januar 2020)

 

§ 1 Grundlagen, Ziele und Gliederung der Ausbildung


Die Ausbildung wird

  1. auf der Grundlage des aktuellen Psychotherapeutengesetzes (PsychThG),
  2. der aktuell geltenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten (PsychTh-APrV)*  und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJ PsychTh-APrV)
  3. und unter Berücksichtigung der aktuellen Fassungen der Psychotherapie – Richtlinien des Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen*
  4. und der aktuell geltenden Vereinbarung über die Anwendung von Psychotherapie in der vertragsärztlichen Versorgung (Psychotherapie-Vereinbarung)
  5. sowie den Bestimmungen des jeweiligen Ausbildungsvertrages des AFKV,
  6. den Vereinbarungen zur Durchführung der praktischen Ausbildung des AFKV
  7. und den Bestimmungen des Kooperationsvertrages und der Vereinbarung über die Einhaltung von Qualitätsstandards für Lehrpraxen des AFKV

 durchgeführt.

Ziel der Ausbildung am AFKV GmbH ist die Qualifikation zur Ausübung heilkundlicher Psychotherapie, die zur staatlichen Approbation als Psychologischer Psychotherapeut bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten führt.

Das AFKV GmbH bietet dem Ausbildungsteilnehmer (AT) eine nach dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG) anerkannte Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und Psychologischen Psychotherapeutin bzw. Psychologischen Psychotherapeuten mit dem Vertiefungsgebiet (Fachkunde) Verhaltenstherapie an. Diese ist Grundlage für Vorbereitung auf die staatliche Prüfung vor dem Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie des Landes Nordrhein-Westfalen (LPA-NRW), Düsseldorf, und zur Beantragung der entsprechenden Approbation nach bestandener staatlicher Prüfung bei der  zuständigen Bezirksregierung.

Die Ausbildung erfolgt auf der Grundlage von vom Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie genehmigten Ausbildungsplänen und erstreckt sich auf die Vermittlung von eingehenden Grundkenntnissen in wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren sowie auf eine vertiefte Ausbildung im Bereich der Verhaltenstherapie. Sie wird auf der Grundlage des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes praxisnah und patientenbezogen durchgeführt. Das AFKV GmbH verpflichtet sich, eine dem aktuellen Stand der Disziplin entsprechende qualitativ hochwertige Ausbildung anzubieten. Alle Dozenten, Supervisoren, Selbsterfahrungsleiter und kooperierende Lehrpraxen  sind fachlich qualifiziert und unterliegen einer regelmäßigen Qualitätskontrolle. Ziel der theoretischen und praktischen Ausbildung ist die Befähigung zur selbständigen und eigenverantwortlichen Durchführung von Heilbehandlungen von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen sowie von psychisch bedingten Folgeerscheinungen von körperlichen Erkrankungen mit den Mitteln der Verhaltenstherapie.

In der Ausbildung werden die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die erforderlich sind, um eigenverantwortlich und selbständig Psychotherapie durchführen zu können und zwar

– in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Störungen mit Krankheitswert und

– bei Vorliegen von psychischen Störungen, Begleiterscheinungen und Folgen von

körperlichen Erkrankungen unter Berücksichtigung der ärztlich erhobenen  Befunde.

Dabei stellen die wissenschaftlichen, geistigen und ethischen Grundlagen die Basis des Handelns dar.

Die Ausbildung umfasst mindestens 4200 Stunden und besteht aus der/ den

–    praktischen Tätigkeit

–    theoretischen Ausbildung

–    praktischen Ausbildung mit Krankenbehandlungen unter Supervision

–    Selbsterfahrung, welche die Ausbildungsteilnehmer zur Reflexion des eigenen     therapeutischen Handelns befähigt und

–    erforderlichen Stunden zum Zwecke des Selbststudiums („freie Spitze“)

Die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den Ausbildungsveranstaltungen ist durch eine Bescheinigung nachzuweisen.

Die Ausbildung dauert mindestens 3 Jahre (6 Semester).

 

§ 2 Theoretische Ausbildung

Die theoretische Ausbildung umfasst mindestens 600 Stunden. Sie erstreckt sich auf die zu vermittelnden Grundkenntnisse (200 Stunden) und im Rahmen der vertieften Ausbildung (400 Stunden) auf Spezialkenntnisse in einem wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren (Verhaltenstherapie). Sie findet in Form von Vorlesungen, Seminaren und praktischen Übungen entsprechend dem Ausbildungsplan statt.

Durch das fortlaufende Kurssystem am AFKV besteht die Möglichkeit versäumte Theoriestunden entsprechend den Regelungen des Ausbildungsvertrages nachzuholen. Es besteht jedoch von Seiten des AFKV keine Verpflichtung von AT versäumte Theorieveranstaltungen inhaltsgleich erneut anzubieten.


§ 3 Praktische Tätigkeit

Die praktische Tätigkeit dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung von Störungen mit Krankheitswert im Sinne des § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes sowie von Kenntnissen anderer Störungen, bei denen Psychotherapie nicht indiziert ist. Sie steht unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht.

  1. Die praktische Tätigkeit umfasst mindestens 1800 Stunden und ist in Abschnitten von jeweils mindestens drei Monaten abzuleisten. Hiervon sind zu erbringen:mindestens 1200 Stunden (Dauer von mindestens einem Jahr in Abschnitten von mindestens drei Monaten) an einer psychiatrischen klinischen Einrichtung, die im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechtes zur Weiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie zugelassen ist oder die von der nach § 10 Abs. 4 Psychotherapeutengesetz zuständigen Behörde als gleichwertige Einrichtung  zugelassen wird (PT 1) und
  2. mindestens 600 Stunden (Dauer mindestens ein halbes Jahr) an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Psychotherapie oder eines Psychologischen Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (PT 2)

Alle Einrichtungen müssen vom Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie als Kooperationseinrichtungen des Instituts anerkannt sein.
Ein Beginn einer praktischen Tätigkeit vor der schriftlichen Mitteilung des Landesprüfungsamtes zur Geeignetheit der Einrichtung ist nicht möglich.

Während der praktischen Tätigkeit (PT 1) in der psychiatrischen klinischen Einrichtung hat der Ausbildungsteilnehmer jeweils über einen längeren Zeitraum an der Diagnostik und der Behandlung von mindestens 30 Patienten teilzunehmen. Bei mindestens vier dieser Patienten müssen die Familie oder andere Sozialpartner des Patienten in das Behandlungskonzept einbezogen sein. Der Ausbildungsteilnehmer hat dabei entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen zu erwerben sowie die Patientenbehandlungen Fall bezogen und unter Angabe von Umfang und Dauer zu dokumentieren.


§ 4
Hinweise zur praktischen Tätigkeit (PT 2)

 Die praktische Tätigkeit dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung von Störungen mit Krankheitswert im Sinne des § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes sowie von Kenntnissen anderer Störungen, bei denen Psychotherapie nicht indiziert ist. Sie steht unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht. Die praktische Tätigkeit kann sowohl in den o.g. Kliniken als auch in vom AFKV anerkannten ambulanten Einrichtungen (Institutsambulanzen und Lehrpraxen des AFKV) durchgeführt werden. Ein gleichzeitiges Ableisten von PT 1 und PT 2 innerhalb eines Jahres ist nach Vorgaben des LPA nicht möglich.

Die praktischen Tätigkeiten („Übungen“) umfassen Falldarstellungen und Behandlungstechniken der praktischen psychotherapeutischen Arbeit mit Patienten.

Lernziele einer Praktischen Tätigkeit:

  1. Vertiefung diagnostischer Kenntnisse und deren praktischen Umsetzung (Diagnosen fallbezogen spezifizieren können);
  2. Indikationsstellungen, Therapieverfahren und Therapieplanung (Auswahl spezifischer therapeutischer Verfahren, Anwendung von Manualen), Erlernen einer „professionellen Haltung“ im Umgang mit Patienten (therapeutisches Basisverhalten);
  3. Kennen lernen organisatorischer interner und externer Abläufe (Antragstellung, Erstellen von Gutachten, Falldokumentationen), Zusammenarbeit mit externen Stellen, Abrechnung;
  4. Kennen lernen der Therapieverläufe.
  5. Diagnostik in Ergänzung zu den Basisverhalten (Diagnostikfälle werden zugewiesen), dazu gehören:

–     Anamneseerhebungen in Erstgesprächen, Erstellung von Anamnesen aus zugewiesenen Fallakten,

–     Einarbeitung und selbständige Anwendung verschiedener Testverfahren (Diagnostik) nach Anweisung

–     Testauswertungen (schriftlich mit Interpretation der Ergebnisse) eigener Diagnostik und zugewiesener Testauswertung
–     Indikationsstellung (Verdachtsdiagnose nach ICD 10) mit Befundbericht für die Patientenakte nach Rücksprache mit der Lehrpraxen- bzw. Ambulanzleitung

6. Therapieverlaufsbeschreibungen und –evaluation (Analyse von Therapien per Patientenakte, Modellernen) nach Zuweisung mit Evaluationsbericht (u.a. Evaluation, Therapieverlauf, Evaluationsergebnis
7. Mitarbeit (u.a. Kopien, Scannen) bei der Erstellung von Therapiematerialien
8. Konzeptionierung von gruppentherapeutischen Angeboten und kotherapeutische Begleitung in den Gruppen (z.B. Entspannung)
9. Organisatorische interne und externe Abläufe (u.a. Telefondienst, Teambesprechungen, Hospitation)

 

 

Dokumentation der PT 2:

 Die praktische Tätigkeit ist im Hefter mit Datum, Uhrzeit, Art (u.a. Chiffre des Falles) und Umfang der Tätigkeit zu dokumentieren und auf Anforderung der Lehrpraxen- bzw. Ambulanzleitung und dem AFKV vom Ausbildungsteilnehmer (AT) zur Verfügung zu stellen.

Der Hefter bleibt in der Praxis und ist bei Erreichen der 600 Stunden für die Ausstellung der Bescheinigung vorzulegen. § 2 (KJ)PsychTh-APrV legt nahe die praktische Tätigkeit in einem Abschnitt von mindestens drei  Monaten abzuleisten. Nach der Zwischenprüfung kann nach Rücksprache mit der Lehrpraxen- bzw. Ambulanzleitung parallel mit der praktischen Ausbildung begonnen werden. Für die praktische Tätigkeit sind jedoch auch dann weiterhin von jedem Ausbildungsteilnehmer verbindliche kontinuierliche Zeiteinheiten festzulegen und mitzuteilen (Eintrag im Kalender, Tag und Uhrzeit), damit Tätigkeiten zugewiesen werden können. Ergebnisrückmeldungen und weitere Zuweisungen praktischer Tätigkeiten liegen in der Eigenverantwortung des AT.

 

Art der praktischen Tätigkeit (Beispiele) Stdn.
Einarbeitung/Vorbereitung in Testverfahren insgesamt.

 

50
Lektüre (Literatur, Manuale etc.) insgesamt: 50

 

Einarbeitung in das Abrechnungsprogramm des AFKV (PsychoDat)

 

20
Diagnostikfälle (pro Fall):

Vor- und Nachbereitung:

Abschluss/Befundbericht:

20

15

5

Anamneseerstellung pro Fremdfall. 3
Therapieverlaufsbeschreibung – und evaluation pro Fremdfall 10
Testauswertungen (schriftlich mit Interpretation der Ergebnisse)

pro Fremdfall:

3

 

Die Zeitanrechnungen können nur nach Rücksprache mit einer höheren Stundenanzahl angerechnet werden.

Andere praktische Tätigkeiten (z.B. Hospitationen)  bitte mit Datum/Uhrzeit/Aktenname/ Umfang etc. individuell dokumentieren.

 

§ 5 Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung ist Teil der vertieften Ausbildung in einem wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren und dient dem Erwerb sowie der Vertiefung von Kenntnissen und praktischen Konzepten bei der Behandlung von Patienten mit Störungen mit Krankheitswert nach § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes. Sie umfasst mindestens 600 und maximal 800 Behandlungsstunden unter Supervision mit mindestens sechs Patientenbehandlungen sowie mindestens 150 Supervisionsstunden, von denen mindestens 50 Stunden als Einzelsupervision durchzuführen sind. Die genannten Supervisionsstunden sind anteilig bei mindestens drei vom AFKV anerkannten Supervisoren des Institutes abzuleisten und auf die Behandlungsstunden regelmäßig zu verteilen. Prinzipiell müssen 15 Stunden Einzelsupervision abgeleistet und vier Berichte/Fallkonzeptionen geschrieben werden als Voraussetzung für die Teilnahme an der ersten Gruppensupervision.

Bei Gruppensupervisionen soll die Gruppe aus vier Teilnehmern bestehen.

Die weiteren Regelungen sind dem § 5 „Supervisionsregelungen im Rahmen der praktischen Ausbildung“ der Vereinbarungen zur Durchführung von psychotherapeutischen Behandlungen und dem jeweiligen Ausbildungsvertrag zu entnehmen.

Während der praktischen Ausbildung hat der Ausbildungsteilnehmer mindestens sechs anonymisierte schriftliche Falldarstellungen über eigene Patientenbehandlungen, die unter Supervision stattgefunden haben, zu erstellen. Die Falldarstellungen haben die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen, die Diagnostik, Indikationsstellung und eine Evaluation der Therapieergebnisse mit einzuschließen, ein ätiologisch orientiertes Krankheitsverständnis nachzuweisen sowie den Behandlungsverlauf und die Behandlungstechnik in Verbindung mit der Theorie darzustellen. Die Falldarstellungen sind dem Ausbildungsausschuss zur Beurteilung vorzulegen. Des Weiteren gelten die Regelungen der Vereinbarungen zur Durchführung von psychotherapeutischen Behandlungen und die im jeweiligen Ausbildungsvertrag genannten Bestimmungen. Für den Abschluss von Behandlungen, die Anfertigungen von Epikrisen und Falldokumentationen für die staatliche Abschlussprüfung sind die in  § 4 „Durchführung der praktischen Ausbildung“ der Vereinbarung zur Durchführung psychotherapeutischer Behandlungen genannten Regelungen umzusetzen.

Die Behandlungen sind entsprechend den Vorgaben der vom AFKV vorgegebenen Patientenakte zu dokumentieren.

Vor Beginn der praktischen Ausbildung müssen mindestens 2 Monate bzw. 100 Stunden der praktischen Tätigkeit 2 absolviert sein und der Nachweis erbracht sein, das Zwischenkolloquium erfolgreich bestanden wurde und dass entsprechend dem §8 der Psychotherapievereinbarungen die Hälfte der Ausbildung vor Behandlungsbeginn absolviert wurde. Hierzu erhält der AT einen Behandlungsausweis, die jeder beantragten Therapie als Kopie den Antragsunterlagen beizufügen ist.

 

 § 6 Selbsterfahrung

Die Selbsterfahrung umfasst mindestens 120 Stunden Gruppenselbsterfahrung.

Gegenstand der Selbsterfahrung sind Reflexion und Modifikation persönlicher Voraussetzungen für das therapeutische Erleben und Handeln unter Einbeziehung der Lerngeschichte und der persönlichen Entwicklung im Ausbildungsverlauf.

Die Selbsterfahrung wird von Selbsterfahrungsleitern durchgeführt, die als Supervisoren seitens der Ausbildungsstätte anerkannt sind, und findet im jeweiligen Ausbildungskurs über die Dauer von drei Jahren statt.

Die Ausbildungsteilnehmer dürfen zu den Selbsterfahrungsleitern nicht in einem verwandtschaftlichen, wirtschaftlichen oder dienstlichen Abhängigkeitsverhältnis stehen. Selbsterfahrungsleiter dürfen keine Prüfer  der staatlichen Prüfung gemäß § 5 Abs. 1 S. 2 PsychThG sein. Auch hier gelten die weiteren im jeweiligen Ausbildungsvertrag genannten Bestimmungen.


§ 7
„Frei Spitze“

 Da die gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststundenzahl der theoretischen (600 h) und praktischen Ausbildung (600 h), der praktischen Tätigkeiten I und II (1200 h/600 h), Supervision (150 h) und Selbsterfahrung (120 h) nur 3.270 Stunden ergeben, entfallen weitere 930 Stunden auf die sogenannte „Freie Spitze“, um auf die erforderliche Gesamtstundenzahl von 4.200 Stunden für die Ausbildung zu kommen. Sie beinhaltet:

  1. Durchführung eines Selbstmodifikationsprogramms mit schriftlicher Dokumentation als Fallbearbeitung (80 Stunden)
  2. Vorbereitung für das Zwischenkolloquium/Gruppenarbeit (40 Stunden)
  3. Angeleitete Vor- und Nachbereitung der Behandlungsstunden unter Einbeziehung der Supervision (600 Stunden)
  4. Dokumentation und Evaluation der psychotherapeutischen Behandlungen, Erarbeitung von mindestens sechs Falldarstellungen davon zwei als Prüfungsfälle (210 Stunden).

 

§ 8 Unterbrechung der Ausbildung, Anrechnung anderer Ausbildungen

Auf die Dauer der Ausbildung werden angerechnet

  1. eine ausbildungsfreie Zeit von bis zu sechs Wochen jährlich und
  2. Unterbrechungen durch Krankheit oder aus anderen vom Ausbildungsteilnehmer nicht zu vertretenden Gründen, bei Ausbildungsteilnehmerinnen auch Unterbrechungen durch Schwangerschaft, bis zu höchstens vier Wochen je Ausbildungsjahr.

Die zuständige Behörde kann auf Antrag auch darüber hinausgehende Fehlzeiten berücksichtigen, soweit eine besondere Härte vorliegt und das Erreichen des Ausbildungszieles durch die Anrechnung nicht gefährdet wird.

Sollen Vorleistungen aus einer anderen Ausbildung angerechnet werden und die Ausbildung  beim AFKV deshalb entsprechend reduziert werden, hat der Ausbildungsteilnehmer vor Beginn der Ausbildung einen Antrag auf Anerkennung der Gleichwertigkeit dieser Leistungen beim LPA  zu stellen. Die Festlegung der neuen Dauer und Inhalte der weiteren Ausbildung erfolgt dann durch das LPA, das verbindlichen Angaben zu der Gesamtstundenzahl der einzelnen Ausbildungsbestandteile macht.

 

§ 9 Abschluss der Ausbildung

Die Ausbildung schließt gemäß § 5 Abs. 1 S. 2 PsychThG mit der staatlichen Prüfung ab. Die staatliche Prüfung wird nach Maßgabe der beim AFKV einsehbaren Prüfungs- und Ausbildungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten vom Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie des Landes Nordrhein – Westfalen, Düsseldorf, durchgeführt. Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt zu den vom AFKV genannten Terminen und mittels den dazu erforderlichen Vordrucken, die im Mitgliederbereich der Webseite des AFKV aktualisiert online gestellt sind. Insbesondere den in  § 4 „Durchführung der praktischen Ausbildung“ der Vereinbarung zur Durchführung psychotherapeutischer Behandlungen und im jeweiligen Ausbildungsvertrag genannten Terminen und Ausführungen ist Folge zu leisten.

Am Ende der regulär abgeschlossenen Ausbildung erhält der AT vom AFKV eine Abschlussbescheinigung nach dem Muster der Anlage 2 zur (KJ)PsychTh-APrV, mit der die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung bestätigt wird.

Für den Erhalt dieser Abschlussbescheinigung ist die Einhaltung der jeweiligen Termine, wie aufgeführt, dringend zu beachten. Die Bescheinigung wird nur ausgestellt, wenn die Einhaltung aller vertraglichen Verpflichtungen erfüllt ist.

 

§ 10 Verfahren für einen Ausschluss aus persönlichen und/oder fachlichen Gründen

In besonderen Einzelfällen kann der Ausbildungsausschuss des AFKV den Ausschluss eines Ausbildungsteilnehmers von der weiteren Ausbildung veranlassen. Dies ist bei Vorliegen z.B. einer oder mehrerer der folgenden Voraussetzungen möglich:

  1. Verstöße gegen die Ausbildungsordnung (wie z.B. wiederholtes unentschuldigtes Versäumen von Seminaren oder anderen Ausbildungsteilen, Verstöße gegen die Schweigepflicht),
  2. Verstöße gegen die Vereinbarung über die Durchführung von psychotherapeutischen  Behandlungen,
  3. fehlende fachliche Qualifikation und/oder mangelnde Eignung für den Beruf des KJP, nachgewiesen z.B. durch das Nichtbefolgen von Hinweisen oder Auflagen eines Supervisors, des Selbsterfahrungsleiters oder des Ausbildungsleiters oder durch wiederholtes störendes oder unkollegiales Verhalten in der Ausbildungsgruppe, wiederholte und/oder gravierende Beschwerden seitens der Ambulanzleitung oder auch seitens der Patienten. Missachtung der Berufsordnung.
  4. Bei Überschreiten der Ausbildungszeit von drei Jahren um mehr als drei Monate, es sei denn, eine Verlängerung wurde im Einzelfall genehmigt.
  5. bei einer nicht mit dem AFKV vereinbarten Unterbrechung der Ausbildung von insgesamt mehr als 2 Monaten.

Dem Ausbildungsteilnehmer ist vor dem Ausschluss Gelegenheit zur persönlichen Stellungnahme gegenüber der Ausbildungsleitung zu geben. Sofern dies erfolgsversprechend und möglich erscheint, soll ggf. zunächst eine Abmahnung durch den Ausbildungsausschuss erfolgen, verbunden mit befristeten Auflagen zur Beseitigung des aufgezeigten Mangels.

Werden diese Auflagen nicht erfüllt, so kann der Ausbildungsvertrag fristlos gekündigt werden.

Gelsenkirchen, den 01.01.2020